
Als sie hartnäckig weiterfragten,
richtete er sich auf
und sagte zu ihnen: Wer von euch ohne Sünde ist,
werfe als Erster einen Stein auf sie.
Johannes 8,7
Als die Männer fort waren,
kamen die Frauen.
Eine nach der anderen
kamen sie näher,
nahmen sie in ihre Mitte
und legten ihr die Hand auf die Schulter,
nahmen sie in den Arm,
lächelten sie mitfühlend an
und teilten ihre Erfahrungen:
von den vielen Situationen, in denen sie beschämt wurden,
öffentlich und im Privaten,
von ungerechten Bewertungen,
gegen die sie sich nicht gewehrt haben, um nicht als „hysterisch“ abgestempelt zu werden,
von unterschiedlichen Maßstäben,
denen sie unterworfen wurden.
Sie sprachen miteinander
von Schuldgefühlen,
von Sehnsucht,
vom Gezwungenwerden.
Sie erzählten einander
von Verletzungen
und von Ermutigungen,
von weitergegebenen Traumata,
von gemeinsam getragenem Schmerz.
Sie blickten ihr in die Augen
und sagten mit fester Stimme:
Du bist nicht schuld.
Und gemeinsam
richteten sie sich auf,
nickten sich zu,
jede einzelne sich ihrer Würde und ihrer Kraft bewusst,
und sie gingen,
verbunden miteinander,
gestärkt und gesegnet,
bereit,
die Welt zu verändern.
Gott*es Kind,
das auf den Boden gemalt hatte,
schaute ihnen lächelnd nach.